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Leistungen
Terminsvertretung / Korrespondenzanwalt

Terminsvertreter in Augsburg und Aichach

Ein Service für Kolleginnen und Kollegen

Als Korrespondenzanwalt vertreten wir gerne – auch kurzfristig – andere Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen bei Gerichtsterminen in Augsburg und Aichach. Unsere Kanzlei ist mit einer Vielzahl von Fachanwälten (Arbeitsrecht, Familienrecht, Verkehrsrecht und Steuerrecht) und auf einzelne Fachgebiete spezialisierte Rechtsanwälte (Miet- und Immobilienrecht, Erbrecht und Strafrecht) in der Lage eine fachlich kompetente Vertretung zu bieten.

Was wir Ihnen bieten

Was wir hierfür benötigen

Wo wir Sie vertreten

Ihre Vertretung übernehmen wir vor folgenden Amts- und Landgerichten

Die Kosten unserer Vertretung

Die Vertretung von anderen Rechtsanwälten erfolgt grundsätzlich auf der Basis von Gebührenteilung, was aufgrund der von uns gebotenen Leistungen auch sachgerecht ist. Fahrtkosten oder Tage- und Abwesenheitsgeld werden nicht berechnet. Beachten Sie unsere Hinweise zum Thema: Gebührenteilung heißt nicht gleichzeitig Gebührenverlust

Was ist eigentlich ein Terminsvertreter oder Korrespondenzanwalt

Für alle Nichtanwälte nochmals eine kurze Erläuterung, was eigentlich ein Terminsvertreter bzw. Korrespondenzanwalt ist und warum man so jemanden benötigt.

Notwendigkeit eines Terminsvertreters

Wenn eine Klage zu erheben ist, so richtet sich die örtliche Zuständigkeit (an welchem Ort muss man klagen und anschließend verhandeln) des Gerichts in Zivilsachen nach §§ 12 ff ZPO. Meist ist dies bei natürlichen Personen (Menschen) der Wohnsitz bzw. bei juristischen Personen (Firmen) der Geschäftssitz. Bei Verkehrsunfällen ist das Gericht zuständig, in dessen Bezirk sich der Unfall ereignet hat (§ 32 ZPO). Im Fall von Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten wie bei Geschwindigkeitsüberschreitungen oder anderen Verkehrsdelikten richtet sich der Gerichtsstand nach dem Tatort. Man kann sich also als Kläger/Beklagter/Beschuldigter/Angeklagter in der Regel den Ort der Gerichtsverhandlung nicht bzw. nur sehr eingeschränkt aussuchen.

Dies ist jedoch den wenigsten Nichtjuristen bekannt. Wenn man ein rechtliches Problem hat, dann geht man zum Anwalt seines Vertrauens und sucht dort Rat und Hilfe. Man hat jemanden vor Ort, mit dem man sich besprechen kann. Dies ist auch wichtig und richtig, da auch im Telekommunikationszeitalter persönliche Besprechungen unersetzlich sind. In der Regel möchte niemand längere Wegezeiten zu seinem Anwalt für eine einfache Besprechung in Kauf nehmen.

Für den Anwalt ist es genauso. Der Rechtsanwalt wird seinen Mandanten gerne mit außergerichtlichen Schriftsätzen gegenüber der Gegenseite vertreten. Er wird auch eine Klage einreichen oder auf eine Klage der Gegenseite erwidern. Er möchte aber ebenfalls keine längeren Wegezeiten für Gerichtstermine in Kauf nehmen. Die Verhandlungstermine finden allerdings am Ort des Prozessgerichts statt. Zeit ist nun einmal ein beschränktes Gut und wenn der Augsburger Anwalt nach Hamburg fährt, dann ist er genauso unproduktiv wie der Hamburger Anwalt, der nach Augsburg fährt. Ausnahmen sind lediglich dann gegeben, wenn die Fahrtzeit im Rahmen eines Stundensatzes bezahlt wird oder der Anwalt am Gerichtsort gleich ein verlängertes Wochenende verbringt, Freunde besucht oder den Termin sonst mit privaten Aktivitäten verbinden kann.

Nachdem dies allerdings selten der Fall ist, sucht der eigentliche vom Mandanten beauftragte Rechtsanwalt (Hauptbevollmächtigter) einen Anwalt am Ort des Gerichts, der ihn für den Prozess bzw. Termin vor dem Richter vertritt (Terminsvertreter oder Prozessvertreter). Da der Richter nichts von der Vertretung des Hauptbevollmächtigten weiß, verlangt er eine Legitimation. Dies ist die Untervollmacht. In dieser wird schriftlich dokumentiert, dass der Hauptbevollmächtigte, der bislang alle Schriftsätze an das Gericht gerichtet hat im Termin vom Unterbevollmächtigten vertreten wird.

Korrespondenzanwälte sind (fast) Geschichte

Früher galt in Deutschland das sog. “Lokalisationsprinzip”. Ein Rechtsanwalt war lediglich an einem bestimmten Landgericht zugelassen und konnte nur vor diesem Landgericht und den in dem jeweiligen Landgerichtsbezirk gelegenen Amtsgerichten auftreten. Die Postulationsfähigkeit eines Anwalts war also gemäß § 25 Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) eingeschränkt. Der Mandant aus Hamburg musste also einen Augsburger Anwalt beauftragen, sofern das zuständige Gericht im Landgerichtsbezirk Augsburg lag. Der Augsburger Rechtsanwalt beauftragte dann einen sog. Korrespondenzanwalt um den Verkehr (daher auch Verkehrsanwalt genannt) mit dem Mandanten zu führen. Schriftsätze mussten auch früher besprochen, Sachverhalt herausgearbeitet und persönliche Besprechungen abgehalten werden.

Im Jahr 2000 hat das Bundesverfassungsgericht allerdings entschieden, dass die Regelung des § 25 BRAO gegen Art. 12 Abs. 1 GG verstößt und das Recht der freien Berufsausübung verletzt. Die Singularzulassung besteht seitdem nur noch für den Bundesgerichtshof (BGH). Ausschließlich die dort zugelassenen Rechtsanwälte dürfen vor dem Bundesgerichtshof auftreten. § 25 BRAO wurde daraufhin auch geändert.

Im Wesentlichen hat sich nicht viel geändert, da den Mandanten auch früher nichts von den Vorschriften der Singularzulassung bekannt war. Man ging zum Anwalt, der sich um alles weitere (insbesondere einen postulationsfähigen Kollegen) gekümmert hat. Der Korrespondenzanwalt hat in der Regel damals wie heute lediglich die Terminsvertretung übernommen. Deshalb wird der Begriff des Korrespondenzanwalts auch heute noch für den Terminsvertreter verwendet, obwohl dies eigentlich nicht korrekt ist.

Kosten der Terminsvertretung

Vergütung nach dem RVG

Dem Terminsvertreter bzw. Unterbevollmächtigten stehen nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) folgende Gebühren zu:

Für die ausschließliche Wahrnehmung eines Termins erhält der Terminsvertreter nach Nr. 3401 VV RVG eine Verfahrensgebühr in Höhe der Hälfte der dem Bevollmächtigten zustehenden Verfahrensgebühr. Dies ist in der Regel eine Gebühr in Höhe von 1,3. In bestimmten Konstellationen (z.B. bei der Vertretung mehrerer Mandanten vgl. Nr. 1008 VV RVG) kann sich diese Gebühr auch erhöhen.

Zusätzlich erhält der Terminsvertreter eine Terminsgebühr nach Nr. 3402 VV RVG in Höhe der dem Hauptbevollmächtigten zustehenden Terminsgebühr.

Der Terminsvertreter bzw. Unterbevollmächtigte erhält also regelmäßig folgende Gebühren:

1. Instanz:
0,65 Verfahrensgebühr Nr. 3401 i. V. m. 3100 VV RVG
1,2 Terminsgebühr Nr. 3402 i. V. m. 3104 VV RVG

2. Instanz:
0,8 Verfahrensgebühr Nr. 3401 i. V. m. 3200 VV RVG
1,2 Terminsgebühr Nr. 3402 i. V. m. 3202 VV RVG

Gebührenteilung

Von den oben aufgezeigten gesetzlichen Vergütungsregeln kann selbstverständlich abgewichen werden. Es ist heute in der Anwaltschaft allgemein üblich, dass sich Hauptbevollmächtigter und Unterbevollmächtigter alle entstehenden Gebühren teilen. Dies ist unseres Erachtens auch sachgerecht, da der Unterbevollmächtigte sich in die Akte einarbeiten muss, um eine tatsächliche Vertretung zu gewährleisten und das Mandat wie ein eigenes Mandat führt. Weiter ist dann sowohl dem Unterbevollmächtigten als auch dem Hauptbevollmächtigten gleichermaßen an einer gütlichen Streitbeilegung gelegen.

Gebührenteilung heißt nicht gleich Gebührenverlust

Grundsätzlich spart sich der Hauptbevollmächtigte den Termin und die Anreise zum Termin, so dass auch ein Verlust von Gebühren zu verschmerzen ist, da die gewonnene Zeit den Gebührenverlust bei weitem aufwiegt. Zusätzlich gibt es eine Reihe von Konstellationen, bei denen die Termins- und Vergleichsgebühr sowohl beim Hauptbevollmächtigten als auch beim Unterbevollmächtigten anfallen und somit auch doppelt zu ersetzen sind.